
Der reichste Enterich der Welt steht seinem cholerischen Neffen Donald Duck an
Popularität kaum nach. Der Geizhalz Scrooge McDuck, wie er im amerikanischen
Original heißt, machte einst sein Vermögen als Goldsucher am Klondike und badet
am liebsten in den Talern seines gigantischen Geldspeichers in Entenhausen alias
Duckburg, den die drei Panzerknacker alias Beagle Boys immer wieder erfolglos
auszuräumen versuchen.
Dagobert Duck gehört ebenso halb Entenhausen und er möchte seinen Reichtum ständig vermehren. Ferner gilt er als der geizigste Mann bzw. die geizigste Ente weit und breit.

Erfunden wurden diese und andere Bewohner Entenhausens vom Walt-Disney-Zeichner
Carl Barks, und zwar zunächst nur für die gedruckten Comicstrips mit Donald
Duck. Während der notorische Pechvogel Donald bereits 1934 im Disney-Kurzfilm
The Wise Little Hen auftrat, hatte Dagobert sein Debüt im July 1947 in der Story »Christmas on Bear Mountain», die im Comic-Heft Four Color 178 vom Dell Verlag mit 20 Seiten erschien.
Barks konfrontierte in dieser Geschichte seinen Neffen Donald Duck und seine Großneffen Tick, Trick & Track mit einem alten, steinreichen Griesgram (Dagobert Duck), der in einer gewaltigen Villa wohnt und keinen leiden kann. 
Dabei lässt sich Barks von der Figur Ebenezer Scrooge aus der Charles Dickens Geschichte A Christmas Carol / Eine Weihnachtsgeschichte inspirieren.
So will zur Weihnachtszeit der übellaunige Onkel Dagobert seinen Neffen Donald und die Kinder mit einem Bärenfell erschrecken. Die aber erwehren sich, obwohl eher zufällig, gar echter Bären und bestehen so Die Mutprobe.
Im Mai 1951 wurde die Figur in einer weiteren Geschichte ausgebaut, welche im Walt Disney´s Comics and Stories 134 Heft auf zehn Seiten im November 1951 abgedruckt wurde.
So haben im letzten Bild dieser Geschichte die Beagle Boys ihren ersten Auftritt. Welche sieben Monate später unter dem Namen Panzerknacker, auch in deutschen Comics versuchten den Geldspeicher von Dagobert Duck auszurauben und immer daran scheiterten.
Im März 1952 erhielt Dagobert eine drei teilige Comic Reihe mit den Buch Nummern #386, #456 and #495 namens Uncle Scrooge.
Daraus wuchs eine dauehaft, sehr erfolgreiche Reihe, die Dagobert Duck alias Scrooge McDuck zum Star der Comic Hefte in Amerika machte.
In Deutschland erschienen
die Abenteuer von Dagobert vor allem in den Reihen Micky Maus (1951 - heute)
und Walt Disneys Lustige Taschenbücher (1967 - heute) in der kongenialen
Übersetzung von Dr. Erika Fuchs.
So brauchte der Star Dagobert Duck einen Gegenspieler und so tauchte im Jahre 1956 der reiche Südafrikaner Mac Moneysac auf. Im Jahre 1961 gefolgt von Klaas Klever, der vor allem in den italienischen Comics und damit in den LTBs häufiger anzutreffen ist.
Auf der Kinoleinwand machte sich Dagobert im Gegensatz zu Donald eher rar und
debütierte erst Ende der sechziger Jahre im 25minütigen Kurzfilm Scrooge McDuck and Money (USA 1967), in dem er Tick, Trick und Track den Kapitalismus erklärt. In diesem Film lieh ihm Bill Thompson die Stimme.

Seinen zweiten Auftritt hatte der Enterich in Mickys Weihnachtsgeschichte (Mickey's Christmas Carol • USA 1983). Ab diesem Film lieh ihm Alan Young die Stimme.

Dieser
Film ist eine Hommage an sein großes literarisches Vorbild Ebenezer Scrooge aus
Charles Dickens’ Erzählung Ein Weihnachtsgesang in Prosa (A
Christmas Carol • 1843).
Eine tragendere Rolle erhielt Dagobert Duck im
Ensemble der Zeichentrickfernsehserie DuckTales - Neues aus Entenhausen
(DuckTales • USA 1988-90), und in DuckTales - Der Film
- Jäger der verlorenen Lampe (DuckTales: The Movie - Treasure of
the Lost Lamp • USA 1990), dem Kinospecial zur Serie, war er zum ersten und
bislang einzigen Mal in einem abendfüllenden Spielfilm zu sehen.
Der Milliardär von Entenhausen ist längst zum populären Mythos geworden, zum
Sinnbild für Reichtum und Geiz.